10 Tage in Litauen: das große Rundreise-Programm
Nida: Vilnius curonian spit all day tour
Kann man eine komplette Litauen-Rundreise in 10 Tagen absolvieren? Ja — 10 Tage sind ideal für eine vollständige Länderschleife: Vilnius (3 Nächte), die östlichen Seen bei Anykščiai (1 Nacht), zurück durch Kaunas (1 Nacht), quer zum Hügel der Kreuze und Klaipėda (2 Nächte an der Küste), die Kurische Nehrung (1 Tag) und südwärts durch Druskininkai (1 Nacht) zurück nach Vilnius. Ab Tag 4 ist ein Mietwagen unerlässlich.
Die Logik der Litauen-Großrundreise
Litauen belohnt langsames Reisen. Eine Hetze in 7 Tagen bedeutet, die Hauptsehenswürdigkeiten zu sehen, aber die markanteste Qualität des Landes zu verpassen: den Übergang von der kosmopolitischen Barockhauptstadt über Kiefernwald-Seengebiete bis zur Baltikum-Düstenküste, alles innerhalb von 4 Stunden voneinander.
Diese 10-Tage-Route ist eine Schleife ab Vilnius. Man könnte sie umkehren, aber die Reihenfolge hier baut logisch auf: zuerst Stadttiefe, dann schrittweise ländlicher, dann zurück in die Zivilisation über Druskininkais Kurstadt. Ein Mietwagen wird ab Tag 4 dringend empfohlen — der Osten und Süden sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erschlossen.
Budget: 70–100 €/Person/Tag für Mittelklasse-Reisen (Mahlzeiten, Transport, Unterkunft, Eintrittskarten). Mietwagen fügt 35–60 €/Tag für 7 Tage = 245–420 € insgesamt hinzu.
Tage 1–3: Vilnius — die Stadt in der Tiefe
Drei volle Tage sind das richtige Tempo für Vilnius, wenn man nicht hetzen möchte.
Tag 1 — Altstadtgrundlagen: Domplatz, Gediminasturm (5 €), Universität Vilnius Höfe (6 €), Tor der Morgenröte und Užupis am Nachmittag. Abendessen bei Tores oder Džiaugsmas.
Tag 2 — Dunkle Geschichte und Museen: KGB-Museum (8 €, 2 Stunden), dann das jüdische Erbe-Viertel mit dem Vilna-Gaon-Museum (4 €). Nachmittags: Paneriai-Denkmal per Zug (15 Min., 1,20 € pro Strecke) — der Ort, an dem etwa 100.000 Menschen während der deutschen Besatzung ermordet wurden. Kostenloses Museum vor Ort. Diese Kombination — KGB-Museum am Morgen, Paneriai am Nachmittag — ist ein voller Tag der unverzichtbaren historischen Auseinandersetzung.
Tag 3 — Trakai: Zug um 9:15 (2,90 €, 30 Min.). Trakai-Inselburg (12 €), Kibinai-Mittagessen bei Senoji Kibininė, optionale Kajak-Miete (5–10 €/Stunde). Rückkehr bis 15:00. Nachmittag frei in Vilnius für das Nationalmuseum (5 €), Craft-Bier bei Špunka oder Einkaufen im Halės turgus.
Tag 4: Vilnius nach Anykščiai — Seen und Wälder
Heute Morgen den Mietwagen abholen. Nordostwärts fahren: Vilnius nach Anykščiai sind 110 km, ~1,5 Stunden auf der A2 und Landstraßen.
Anykščiai (vollständiger Leitfaden) ist Litauens Antwort auf die Frage „Wie sieht das Land eigentlich aus?” — sanft hügelige, kiefernbewaldete Gebiete, klare Seen und eine echte Kleinstadtatmosphäre. Drei Dinge machen eine Übernachtung lohnenswert:
Anykščiai-Baumwipfelpfad (Šventupio g. 28B): ein erhöhter Steg durch das Waldkronendach mit einem 21 m hohen Aussichtsturm. Eintritt 8 €. Geöffnet Mai–Oktober. Besonders schön im späten Nachmittagslicht.
Anykščiai-Schmalspurbahn: eine historische Dampfeisenbahn, die durch die bewaldete Aukštaitija-Landschaft fährt. Saisonaler Betrieb; aktuellen Fahrplan unter anyksciai.lt prüfen. Tickets ab 5 €.
Šventoji-Flusstal: Wander- und Radwege durch das Flusstal. Fahrräder vom Tourismusbüro mieten (5–8 €/Stunde).
Vilnius: Anyksciai countryside day tourÜbernachtung in Anykščiai: Arklio Muziejus Hotel (Dorf Niūronys, 60–80 € Doppelzimmer) oder kleine Pensionen im Stadtzentrum (40–60 €).
Abendessen: Ažuoliukas oder ein lokales Café in Anykščiai — die Preise sind merklich günstiger als in Vilnius. Etwa 6–10 € für ein Hauptgericht.
Tag 5: Anykščiai nach Kaunas (über Kernavė)
Von Anykščiai südwestwärts fahren. Südumweg nach Kernavė (UNESCO-Weltkulturerbe, 35 km in Richtung Vilnius): Der Hügelkomplex markiert die erste litauische Hauptstadt mit fünf großen Erdwällen aus dem mittelalterlichen Königreich. Freier Zugang, kleines Museum (3 €) vor Ort. 1 Stunde einplanen.
Weiter nach Kaunas (80 km von Kernavė, 1 Stunde).
Kaunas-Nachmittag: Altstadt (Rotušės aikštė, Perkūnas-Haus, Kathedrale), dann die gesamte Länge der Laisvės alėja — die 1,7 km lange Moderne-Boulevard der Zwischenkriegszeit. Das M.-K.-Čiurlionis-Kunstmuseum (Putvinskio g. 55, 5 €) lohnt den Halt, wenn man sein Werk noch nicht kennt.
Übernachtung in Kaunas: Park Inn by Radisson (Draugystės g. 179, ab 65 €) oder das Boutique-Hotel Daugirdas (V. Daugirdo g. 4, ab 75 €) in der Altstadt.
Abendessen: Fredas (Savanorių pr. 142, Hauptgerichte 8–12 €) für ehrliche lokale Küche oder Tosi (Laisvės al. 103, modernes Café-Restaurant, 10–15 €).
Tag 6: Kaunas — Neuntes Fort und Fahrt nach Norden
Morgen (9:30): Neuntes Fort (Bus 23 vom Zentrum, 1 €, 20 Min.). Die von sowjetischem und deutschem Regime als Massenhinrichtungsstätte genutzte Anlage ist unverzichtbarer Kontext für das Verständnis der litauischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Museumseintritt 4 €. 1,5–2 Stunden einplanen.
Nachmittag: Von Kaunas nordwärts nach Šiauliai fahren (100 km, ~1,5 Stunden auf der A12). Stopp am Hügel der Kreuze Kryžių kalnas — 12 km nördlich von Šiauliai, gut ausgeschildert. Eintritt kostenlos, jederzeit geöffnet. 45–60 Minuten einplanen. Die Stätte ist eindrucksvoller als jedes Foto vermuten lässt; wenn möglich im Nachmittagslicht ankommen.
Vilnius: Hill of crosses siauliai full dayFahrt nach Klaipėda: 110 km von Šiauliai auf der A11, ~1,5 Stunden. Ankunft ~18:00.
Übernachtung in Klaipėda: Amberton Klaipėda (Šimkaus g. 1, Doppelzimmer ab 70 €) oder Old Mill Hotel (Šaltinių g. 1, ab 60 €). Zwei-Nächte-Basis für die Küste.
Abendessen: Iki Marios (S. Neries g. 1A) für Meeresfrüchte auf einer Terrasse, Hauptgerichte 13–19 €. Oder zuerst Klaipėdas Altstadt erkunden — die Fachwerk-Memel-Architektur verdient einen Abendspaziergang.
Tag 7: Klaipėda und Kurische Nehrung (Norden)
Morgen: Klaipėdas Altstadt bei Tageslicht — die Memel-Architektur aus dem 15.–19. Jahrhundert ist gut erhalten und im Charakter ganz anders als Vilnius oder Kaunas. Burgmuseum (Pilies g. 4, 4 €, Di–So), Historisches Museum Kleinlitauens.
Nachmittag: Nach Smiltynė fahren, die Autofähre zur Kurischen Nehrung nehmen (Fähren alle 30 Min., 10 Min. Überfahrt, 8,50 €/Auto + 1 €/Person). Südwärts fahren:
- Juodkrantė (25 km): Hexenhügel (Raganos kalnas) Skulpturenwald, kostenlos, 1 Stunde.
- Juodkrantė-Aussichtspunkte: Sandünen-Übersichten mit Blick auf Lagune und Ostsee.
- Weiterfahren nach Nida (50 km von der Fähre) für den späten Nachmittag.
Nida-Nachmittag: Nida ist das ansprechendste Dorf auf der Nehrung — traditionelle Fischerhäuser mit unverwechselbaren Wetterfahnen, ein kleiner Hafen an der Lagune und die 52 m hohe Parnidis-Düne, 20 Gehminuten vom Dorf. Das Thomas-Mann-Haus (Skruzdynės g. 17, 3 €) erinnert an die Sommer des Schriftstellers hier in den 1930er Jahren.
Rückkehr nach Klaipėda bis 19:00 auf gleicher Route und Fähre.
Tag 8: Palanga und Fahrt südwärts nach Druskininkai
Morgen: Palanga 30 km nördlich nach Palanga fahren, Litauens Hauptbadeort. Das Bernsteinmuseum (Kranto g. 12, 5 €, Di–So 10:00–18:00) im Tiškevičiai-Park ist eine der besten Bernsteinsammlungen Europas — die Ausstellungen erklären die baltische Bernsteingeologie und umfassen bemerkenswerte Bernsteineinschlüsse (in Harz eingeschlossene Insekten und Pflanzen). 1–1,5 Stunden einplanen.
Palanga-Pier und Strand begehen — 14 km Baltikumsand. Im Sommer ist der Strand belebt, aber wirklich schön. Kalt, aber ab Juni schwimmbar.
Fahrt südwärts nach Druskininkai: 360 km von Palanga, ~4 Stunden. Es ist eine lange Fahrt; in Kaunas (Halbzeit) eine Kaffeepause einlegen.
Übernachtung in Druskininkai: Druskininkai ist Litauens erstklassige Kurstadt am Fluss Nemunas. Grand Spa Lietuva (Vilniaus al. 11, ab 90 €) beinhaltet Spa-Einrichtungen im Zimmerpreis. SPA Vilnius Druskininkai (Taikos pr. 43, ab 70 €) ist die Standard-Mittelklasse-Option.
Abend: Die Druskininkais Spa-Kultur ist der eigentliche Punkt. Das Aqua-Park (Vilniaus al. 13-2, 15–20 €/Einlass) oder das Hotel-Spa. Abendessen bei Kolonada (Vilniaus al. 22, Hauptgerichte 12–18 €) mit Blick auf den Fluss Nemunas.
Tag 9: Druskininkai — Spas, Grūtas-Park und Wälder
Morgen: Grūtas-Park Grūtas-Park (Dorf Grūtas, 7 km vom Druskininkais Zentrum, Auto oder Taxi 5 € pro Strecke nötig) ist ein sowjetischer Skulpturenpark — ein ehemaliges Kollektivgut, das heute mit umgesiedelten Statuen von Lenin, Stalin und kommunistischen Funktionären gefüllt ist, die nach der Unabhängigkeit aus litauischen öffentlichen Räumen entfernt wurden. Eintritt 8 €. Täglich 9:00–18:00 geöffnet. 1,5–2 Stunden einplanen. Der vollständige Grūtas-Leitfaden bietet Kontext.
Nachmittag: Nationalpark Dzūkija Die Wälder südlich von Druskininkai gehören zum größten Nationalpark Litauens. Radfahren ist die beste Art zu erkunden — Fahrräder in Druskininkai (8–12 €/Tag) mieten. Der Hauptwaldweg von Druskininkai führt südlich entlang des Nemunas (16 km Rundweg). Sehr ruhig, sehr litauisch.
Druskininkai-Spa-Nachmittag: Die Mineralquellen der Stadt sind der ursprüngliche Grund für Druskininkais Existenz. Das Akvagrandis Spa (V. Kudirkos g. 45, 12 € Tageskarte) nutzt das natürliche Mineralwasser. Schlammbäder ab 18 €.
Abend: Letzte Nacht in Druskininkai. Kolonada für ein abschließendes Abendessen oder das Hotelrestaurant.
Tag 10: Rückkehr nach Vilnius
Druskininkai nach Vilnius fahren: 130 km, ~1,5 Stunden auf der A4. In Vilnius ankommen mit Zeit für einen letzten Kaffee, letzte Einkäufe auf dem Halės-turgus-Markt oder einen letzten Blick auf den Domplatz vor dem Flug.
Auto zurückgeben: Vilnius-Stadtmitte oder Flughafen. Flughafen (VNO) liegt 6 km vom Zentrum entfernt.
Praktische Hinweise für 10 Tage
Auto-Logistik: Am Morgen von Tag 4 in Vilnius mieten. Am Tag 10 in Vilnius zurückgeben. Ein Kompaktwagen ist für alle litauischen Straßen ausreichend (die Autobahnen A1, A2, A4 sind gut gepflegte zweispurige Straßen). Gesamte Fahrstrecke für die Schleife: ~1.000–1.100 km.
Unterkunftszusammenfassung: Vilnius 3 N → Anykščiai 1 N → Kaunas 1 N → Klaipėda 2 N → Druskininkai 2 N → (Vilnius 0 N, direkt zum Flughafen oder nach Hause).
Budgetschätzung: Ohne Flüge kostet eine 10-tägige Mittelklasse-Reise 900–1.400 € pro Person: Unterkunft 600–800 € (im Durchschnitt 65–85 €/Nacht), Essen 250–350 €, Transport inkl. Mietwagen 200–350 €, Eintrittskarten 60–100 €.
Nida: Vilnius curonian spit all day tourHäufig gestellte Fragen zu 10 Tagen in Litauen
Was ist die beste Route für eine Litauen-Rundreise?
Die effizienteste Schleife ab Vilnius: nördlich nach Anykščiai, westlich durch Kaunas, nordwestlich zum Hügel der Kreuze und Klaipėda, südlich entlang der Küste nach Palanga, dann südöstlich über Druskininkai zurück nach Vilnius. Dadurch werden Umwege vermieden und alle Regionen abgedeckt.
Was ist der beste Weg, die Kurische Nehrung zu sehen?
Südwärts ab dem Smiltynė-Fährterminal (Klaipėdas Seite) fahren, mit Stopps in Juodkrantė und Endpunkt in Nida. Die Straße ist 50 km lang; die Rundtour mit Stopps dauert einen vollen Tag. Öffentliche Busse fahren die Nehrung ab, sind aber selten — ein Auto gibt die Freiheit, an den Dünen-Aussichtspunkten anzuhalten.
Lohnt Druskininkai auf einer Litauen-Rundreise?
Ja, besonders wenn man 10 Tage hat und eine andere Seite Litauens sehen möchte. Druskininkai ist eine echte Kurstadt mit Spa-Kultur aus dem 19. Jahrhundert, sowjetischer Nostalgie (Grūtas-Park) und ausgezeichneten Waldwanderwegen. Es ist auch das Tor zum Nationalpark Dzūkija.
Kann man dieses Programm ohne Auto absolvieren?
Tage 1–3 (Vilnius) und Tag 4 (Kaunas) sind mit dem Zug problemlos machbar. Danach wird der öffentliche Nahverkehr für das erforderliche Tempo unzureichend. Anykščiai hat unregelmäßige Busse; Druskininkai hat Busse von Vilnius, aber keine Weiterverbindungen zur Küste. Für eine 10-tägige Litauen-Reise ohne Auto länger in Vilnius bleiben und organisierte Tagestouren für die Küste und das Landesinnere nutzen.
Wie sind die Straßen in Litauen?
Litauen hat ein gutes Autobahnetz (A1, A2, A4 sind zweispurig). Geschwindigkeitsgrenzen: 130 km/h auf Autobahnen, 90 km/h auf Hauptstraßen, 50 km/h in Ortschaften. Straßenschilder sind klar und in lateinischer Schrift. Kraftstoff ist an allen Hauptkreuzungen erhältlich. Das Fahrniveau ist generell sicher; auf Radfahrer und Landwirtschaftsfahrzeuge auf Landstraßen achten.
Top-Erlebnisse
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